Bootszubehoer - © Frank Ellinghaus -
P O S T Frank
H O M E
Bootsbau Index DEUTSCH boatbuilding index ENGLISH
L I N K S ENGLISH
Bau der Bootshülle Zubehör Der "Segelplan" "Kleben" des Segels Bootslauncher

Das Boots-Zubehör

Mast    Baum    Sprit    Segel    Rig    Schwert    Steuer    Deck     Sitze    Die Ruder    Tupperware    Befestigungen   

Nachdem ich die Bootshülle fertiggestellt hatte, dachte ich, jetzt sei die Hauptarbeit geschafft. Leider war dies nicht der Fall. Das Zubehör benötigte nochmals mindestens genausoviel Zeit wie die Bootshülle.


Der Mast

Der Mast besteht bei meinem Boot aus einem einfachen Stück Konstruktionsholz (Spruce), das wohl dem deutschen Fichte/Tanne entsprechen dürfte. Im Gegensatz zu einem "normalen" Mast ist er über dem Deck nicht rund, sondern aus einem ca. 4 x 9 cm. rechteckigen Kantholz gefertigt. Lediglich die vordere Kante wurde abgerundet, die hintere Kante blieb quadratisch. Dort wo das Segel am Mast mit den Verstärkungsseilen des Segels (boltropes) befestigt wurde, habe ich einfach Löcher durch das hintere Ende des Kantholzes gebohrt und die Seile dort verknotet.

Für das verwendete Sprit-Rig mußte der Mast frei stehend und außerdem drehbar sein. Daher habe ich ab kurz oberhalb der Deckhöhe weitere Holzabschnitte angeleimt und nur diesen Teil vom Deck aus zum Fuß hin abgerundet.

Zur Verbesserung der Drehbewegung ist unter dem Mastfuß ein Metall-Fußschoner, (normalerweise für Stühle oder Tische) eingedrückt. Ich hatte zunächst Bedenken, er würde die Belastungen der Rigbewegungen nicht aushalten, aber bisher verrichtet er klaglos seinen Dienst. Durch die geringe Auflagefläche des Fußschoners ist das gesamte Rig ohne weitere Maßnahmen (wie z. B. Fetten des Mastfußes und der Berührungsflächen am Mastpartner oder Verwendung eines teuren Kugellagers) sehr leichtgängig drehbar.


Drehbarer Mast Im Bild sind die andersfarbigen im unteren Bereich an den rechteckigen Mast geleimten zusätzlich Hölzer leicht erkennbar. Wenn nur dieser untere Bereich rundgeschliffen werden muß, macht sich die Arbeitsersparnis doch recht gut bemerkbar. Außerdem ist der Mast insgesamt leichter.

top

Der Baum

Der Baum besteht aus einem einfachen Kantholz (4 x 6 cm). Am Ende und etwa in der Mitte sind jeweils eine Rolle für das Seil angebracht. Im zweiten Bild zu sehen ist die einfache Halterung für die Befestigung des Kopfendes am Mast.

Der Baum Baumhalterung

Die große Schraube wird einfach herausgenommen und der Kopf so weit über den Mast gesteckt, daß die Enden über den Mast hinausschauen (siehe hierzu Bild 3). Dann wird die Schraube vor dem Mast wieder eingesteckt und mit der Kopf des Baumes mit der Flügelschraube festgespannt. So entsteht eine seitlich starre Verbindung zum Mast, die es ermöglicht, das komplette Rig (einschließlich Mast) von Hand über den Baum in den Wind zu drehen. Ein Vorteil, den ich nicht mehr missen möchte

Rig Bild 3

top

Das Sprit


Das Sprit Im nebenstehenden Bild sieht man oben die traurigen Reste meines zweiten Sprits. Es hatte zwar einige Segelstunden lang gute Dienste geleistet, als ich es dann aber ein paar Wochen in der Marina auf dem Rack ließ, sah es nachher aus wie eine Banane. Der Versuch des Geradebiegens endete dann unglücklich, wie man sieht. Es brach an einem Astloch. Man sollte doch auf Holz mit möglichst wenigen bzw. möglichst kleinen Astlöchern für die wichtigen Teile achten.
Das im gleichen Bild zu sehende kleinere Sprit war das erste von mir angefertigte - es stellte sich jedoch heraus, daß es zu kurz war.

Sprit Befestigung Wie auch die restlichen Holzbestandteile des Rigs, ist das Sprit aus einfachem Bauholz gefertigt, das jedoch vom Anfang bis zum Ende leicht schräng zugeschnitten ist. Außerdem ist es oben rund geschliffen. Damit die runde obere Seite auch tatsächlich mit der Rundung nach oben hängt (wegen der "Windschnittigkeit") , ist das schwere Ende wie im zweiten Bild zu sehen, von oben nach unten durch gebohrt. Das Seil für die Halterung wird dann durch dieses Loch gezogen und an der Unterseite mit einem einfachen Stopperknoten befestigt.

top

Das Segel


Das Segel ist aus Bauplane (Polytarp) gefertigt, die Kanten mit Seil verstärkt und die Ränder mit Teppichklebeband zusammengeklebt. Wie man sich solch ein Segel selbst anfertigen kann, habe ich im Abschnitt Segelkleben geschildert.

Wie man die richtige Größe des Segels ermittelt und auch wie man es dann aus der Polytarp-Plane zuschneiden kann, wird unter "Der Segelplan" gezeigt.

Die Art der Befestigung ist unter Das Rig zu finden.

top

Das Rig
Eine Zeichnung sagt mehr als viele Worte

Das Rig - Zeichnung größer

top


Das Schwert


Das Schwert Das Schwert (hier Daggerboard) ist aus drei 6mm-Sperrholzschichten nach dem Bauplan des Bootsdesigners gefertigt. Die Schichten wurden mit einem wasserbeständigen Holzleim verklebt und das Ganze dann mit Epoxy und anschließend Bootslack gestrichen. An der Vorderkante ist das Daggerboard abgerundet an der Hinterkante sollte es nach den Planvorlagen abgeschrägt sein. Es wird von oben durch den Daggerboard-Kasten nach unter geschoben und kann im Gegensatz zum verstellbaren Schwert nicht in der Schräge verstellt werden.

Um dennoch eine gewisse Einstellmöglichkeit zu erhalten, habe ich das Board im oberen Bereich mit 2 mal 2 nebeneinanderliegenden Löchern versehen. Durch Einstecken von Dübeln durch diese Löcher sollte es dann in der Höhe verstellbar sein. Ich habe diese Möglichkeit jedoch noch nicht genutzt.

Das an der oberen Kante an das Daggerboard aufgeschraubte und verleimte Holzbrettchen soll einmal ein zu tiefes Hineinrutschen des Boardes in den Kasten verhindern und zum anderen sitzt man besser darauf. Der Designer meines Bootes hat nämlich den Daggerboardkasten als Unterlage und Stütze für einen Sitz verwendet. Das Daggerboard wird dann durch einen Schlitz in diesem Sitz in den Kasten eingeführt. Eine gute Idee, wie ich finde. So geht der Platz, den der Daggerboardkasten einnimmt, nicht ungenutzt verloren.

top

Das Steuer

Das Steuer größer Wie auch beim Daggerboard ist das Blatt des Steuers nach den vorgegebenen Maßen des Designers aus drei Lagen 6-mm-Sperrholz gefertigt und verleimt. Das Ganze ist dann mit Epoxy und anschließend mit mehreren Schichten Bootslack versehen. Der Handgriff wird in diesem Fall von unten in die beidseitig auf das Blatt aufgeleimte Halterung eingeschoben und mit Schrauben festgespannt. Egal wie man die Halterung jedoch macht, sie sollte möglichst stabil sein.

Einen wunderschönen Artikel über ein "Kickup-Steuer" (mit Zeichnungen) finden sie auf Jim Michalaks Website (externer Link). Es handelt sich hierbei um den Bau eines Steuers, das sich automatisch anhebt, wenn es Grund berührt und von selbst wieder senkt, wenn das Wasser tiefer wird.

top

Das Deck


Das Deck

Ebenso wie bei der großen Sitzplatte sind die Maße des Decks durch Auflegen von Packpapier auf die Bootshülle und anschließendem Einritzen der Umrisse ermittelt. Diese so gefundene Form wurde dann aus dem Packpapier ausgeschnitten und dann auf das Sperrholz zum Aussägen des engültigen Decks nachgezeichnet.

An den inneren Rand der Bootshülle habe ich biegsame Leisten aufgeschraubt, die die Decksplatte von unten halten.
Da das Deck aus zwei (6 mm) Sperrholzplatten besteht, kann zunächst die erste Schicht aufgelegt und mit epoxy-getränktem Polyester-Gewebe, das über den Außen-Stoßrand der Hülle hinausführt, rundum befestigt werden. Die zweite Platte wird dann auf die erste mit Epoxy-Masse aufgeklebt und hat daher auf der Oberfläche keinen störenden Geweberand. Die Abschlüsse zur Seite sind mit Epoxy-Masse abgeglichen.

top

Die Sitze


Eigentlich gehört das ja zur Hülle, andererseits enthalten die Pläne der Bootdesigner meistens keine Maße oder oft auch überhaupt keine Angaben zu den Sitzen. Die "Einrichtung" des Bootes wird vom Bootdesigner im Plan nicht mitgeliefert. Dies wohl auch, weil die Maße jedes individuell gefertigten Bootes leicht von den Plänen abweicht. Man muß sich also selbst als "Designer" betätigen. Ich habe hier keine einzelnen Sitze angefertigt, sondern eine bis zum Vordersitzbereich durchgehende Platte eingefügt. Dies giebt der ganzen Bootshülle in Höhe der Mitte eine enorme zusätzliche Verstärkung. Auf der Kehrseite allerdings auch zusätzliches Gewicht.

Sitzplatte      Sitzplatten-Auflage

Im linken Bild ist die erste Schicht der aus zwei 6-mm Sperrholz Schichten aufgebauten Platte zu sehen. Sie ist auf Leisten (s. rechtes Bild) aufgesetzt, die auf den tragenden Querverstrebungen des Bootes aufliegen. Ganz vorne befindet sich der Vordersitz mit Schlitz zum Durchstecken des Daggerboardes.

Wie vielleicht aus dem Bild zu erkennen, besteht diese Sperrholzplatte aus insgesamt 4 im butt block Verfahren zusammengesetzte Stücke. Dies bedeutet, daß jeweils das Vorderteil, das Rückteil und die beiden Zwischenstück zwischen den beiden Hauptteilen extra ausgemessen und dann stumpf zusammengesetzt wurden. Das Ganze hält, weil die Ansatzstücke rundum mit epoxygetränktem Polyestergewebe verbunden wurden. Ist erst einmal die erste Sperrholz-Schicht gefertigt und an das Boot angepaßt, kann die zweite Schicht von diesem Muster abgezeichnet und dann aus einem einzigen Schnitt ausgeschnitten werden.

Nach weiterem Feinanpassen beider Platten wird die erste auf die Auflage gelegt und mit Epoxy-Kleber bestrichen. Die zweite Platte wird dann hierauf aufgelegt und entsprechend beschwert, bis das Epoxy gehärtet ist und eine stabile Gesamtplatte aus den beiden Sperrholzschichten produziert hat. Das Maßnehmen ist nicht so ganz einfach. Hierfür habe ich jedoch eine gute Lösung gefunden. Ich habe breites Packpapier (von Rollenware) verwendet, das an einer Seite des Bootes an der Stelle, an der der Sitzteil beginnen sollte, mit Hilfe von Schraubzwingen befestigt wurde.
An dieser und an der anderen Seite wurde das Papier dann mit einem Nagel so angeritzt, daß die Umrisse des künftigen Sitzteiles zu erkennen waren. Diese eingeritzte Form konnte ich dann ausschneiden und als Schablone für die Sitzplatte verwenden.

top

Die Ruder


selbstangefertigte Ruder Eigenbau Ruder
gekaufte Ruder gekaufte Ruder 

Hier hätte ich gern voller Stolz vom geglückten Selbstbau der Ruder geschrieben. Zu meinem Unglück klappte es nicht so ganz mit dem Unterfangen, da die Selbstgebauten beim Rudern beide in der Mitte des Stieles durchbrachen. Ich hatte die Blätter aus 3 Lagen Sperrholz gefertigt. Der Stiel wurde jeweils in der Mitte durchgesägt und dann mit einem PVC-Rohr verbunden, um die Ruder für leichteres Verstauen auseinandernehmbar zu machen. Diese Verbindung hielt leider nicht. Entnervt und weil ich bald die Ruder nutzen wollte, habe ich dann einfach neue gekauft. Sie waren außerdem erheblich leichter, als meine aus Sperrholzschichten zusammengeleimten Eigenkonstruktionen.

Allerdings kann ich wenigstens von einem Erfolg berichten; die neuen Ruder wurden (genauso wie die alten) an den Auflageflächen mit einem Nylonband versehen. Hierbei ist der zu belegende Teil des Stieles vorher mit wasserfestem Leim bestrichen worden. Das Band wird dann in dicht beieinanderliegenden Spiralen um die Mitte des Stieles straff gewickelt. Bis zum Trocknen des Klebers wird es dann mit Schraubzwingen am Platz gehalten. Diese Bänder schützen die Ruder an den Scheuerflächen, verhindern laute Rudergeräusche und haben sich bisher sehr gut bewährt.

Wer sich auch solch einen schönen Scheuerschutz leisten möchte, sollte darauf achten, daß am oberen Ende (zum Handgriff hin) der Spirale ein etwa 50 cm langes Schnurstück übrigbleibt, das nicht angeklebt ist. Damit die Spirale dort nicht aufreißt, ist es am Stil zusätzlich verknotet. Das Schnurstück ermöglicht, die Ruderhalterungen an den Rudern zu befestigen. So sind diese einmal am Boot gesichert und zum anderen sind die Halterungen immer an den Rudern befestigt, wenn sie herausgenommen werden. Man kann sie also nicht mehr verlieren, bzw. verhindert damit, das freundliche Zeitgenossen diese Zubehörteile am Boot "finden".
Hier sollten Sie sich durch anklicken des Bildes "gekaufte Ruder" wirklich einmal das größere Bild anschauen. Es ist doch um einiges deutlicher, als das auf dieser Seite zu sehende Bild.

Als letztes noch eine englische Beschreibung kostengünstiger Selbstbau-Ruder (externer Link), die sich David Goodchild aus PVC-Rohren und Sperrholz gebaut hat.

top


Tupperware

Was hat Tupperware mit dem Bau eines Segelbootes zu tun? Nun, ich benutze es für die Aufbewahrung von Kleinigkeiten, an die ich schnell gelangen möchte und die nicht einzeln im Boot herumfliegen sollten. Daher habe ich mir zwei dieser Dosen im Heck des Bootes eingebaut.

Tupperware Behälter eingebaut Sie werden sich sicherlich schon gefragt haben, was die beiden ausgeschnittenen Löcher in der Sitzplatte zu besagen haben. Des Rätsels Lösung; hier sind die Tupperware-Dosen eingefügt.

Die Dosen sollten einen umlaufenden Rand haben, damit sie nicht durch die Öffnungen fallen. Die Befestigung kann mit umlaufenden Teppichklebeband erfolgen, das auf die Ränder der Öffnungen aufgeklebt wird. Zusätzlich sollte das Ganze dann noch mit Schrauben durch die Plastikränder in die Sperrholzplatte befestigt werden. Eine zusätzliche Abdichtung könnte dann noch durch umlaufendes Überkleben dieser Ränder mit Plastikklebeband erfolgen.

top


Befestigungen


Sollte das Boot einmal kentern, ist es recht nützlich wenn alle Bestandteile des Bootes, die verloren gehen könnten, entsprechend gesichert sind.

Dies kann man recht einfach durch am Bootskörper festgeschraubte Bänder erreichen, die am Ende mit einem Karabinerhaken versehen sind. Am zu befestigenden Teil sind dann wiederum Bänder angeschraubt oder angebunden, die am Ende eine Schlaufe haben. In diese Schlaufe werden dann die Haken der Gegenstücke am Bootskörper eingeklinkt. Eine sehr schnelle und preiswerte Methode, um wichtige Gegenstände, wie z. B. das Ruder, die Ruder, Daggerboard, Aufbewahrungssäcke, etc. am Boot zu sichern.

top

Mast    Baum    Sprit    Segel    Rig    Schwert    Steuer    Deck     Sitze    Die Ruder    Tupperware    Befestigungen    top

Bau der Bootshülle Zubehör Der "Segelplan" "Kleben" des Segels Bootslauncher
P O S T Frank
H O M E
Bootsbau Index DEUTSCH boatbuilding index ENGLISH
L I N K S ENGLISH